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Ein Zeitzeugenbericht

Was mein Auge gesehn,
wird mein Sinn nie verstehn!

Anni Gruber - "A Harpfn voll Reimlen"

Was mein Auge gesehn, wird mein Sinn nie verstehn! Mit Ross und Wagen bin ich mit Vater zum Kuhfutterholen in die Nähe Peggetz gefahren, da sahen wir Kosaken in Scharen. Sie beteten zum Himmel händehaltend in einem Kreise, bei der Bahn standen Waggons bereit auf dem Geleise. Engländer schlugen mit Gewehren auf sie ein wie wild, Mütter sprangen in die hohe Drau mit Kind. Sollte das nun ihr Schicksal sein, ausgeliefert zu werden, nach Sibirien zum Schein? Die Offiziere holte man am Vortag zu einer Besprechung hinunter nach Spittal mit List.

Sie wurden dort liquidiert, ohne Frist. Tapfer mit unseren Soldaten haben sie gekämpft, von der kaukasischen Heimat aus ihren Kolchosen verdrängt. Sie wollten dem Stalin-Regime vor der Exekution entkommen. Auch alle gefangenen Russen von Lienz hat man mitgenommen. Kein Engländer hat nach ihren Ausweisen gefragt, es wäre das Jalta-Abkommen wurde gesagt! Die Drau hat viele Todeskandidaten mitgenommen, nur wenige Einzelne sind entkommen.

In der Peggetz erbaute man einen Friedhof als Gedächtnisstätte, einmal im Jahr hält dort ein Pope die heilige Mette. Möge was hier mit den armen Kosaken ist geschehn, uns in Erinnerung bleiben, wenn auch die Jahre vergehn.

Anni Gruber - "A Harpfn voll Reimlen"

Wissenschaftliche Auseinandersetzung, Erinnerungskultur und Völkerverständigung stehen im Zentrum unserer Arbeit.

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