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Ivan

Ivan, Ukrainer

Ivan war befreundet mit Semen Schleha und ebenfalls 1918 geboren. Wie er lebte er zuerst in der Sowjetunion und später in Großbritannien. Sein Patriotismus galt der Ukraine und er war ein stolzer Kosak. Er diente als Soldat in der Roten Armee und nahm an der Besetzung Polens 1939 teil. Er war unter anderem als Stallbursche für die Pferde der Offiziere verantwortlich. Vom Angriff der Wehrmacht überrascht und  führungslos geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft. Es gelang ihm die Flucht. Er kann sich nach Hause zu seiner Frau Tatiana durchschlagen. Seine Frau bringt den gemeinsamen Sohn Victor zur Welt. Als Deserteur lebte er in ständiger Angst und auch über die sowjetische Präsenz in  der Ukraine war er unglücklich. Der Einmarsch der Deutschen in der Ukraine weckte nicht nur in ihm die Hoffnung auf eine freie Ukraine. Als die Rote Armee sich immer näher auf die Ukraine zu bewegte flüchte er mit seiner Gattin, Victor und dem vier Monate alten Gregory Richtung Westen. Er hatte gehört, dass die Deutschen Arbeitskräfte suchen würden. Mit anderen ukrainischen Flüchtlingen kam er nach Warschau. Als Zwangsarbeiter mit dem diskriminierenden Abzeichen mit dem Schriftzug „Ost“ arbeitete er während der letzten Kriegsjahre als Zwangsarbeiter in Österreich. Bei Kriegsende floh er gemeinsam mit anderen sich selbst überlassenen Zwangsarbeitern und seiner Familie vor der Roten Armee. Sie wussten was Stalin den „Verrätern“ angedroht hatte und wer für den Feind gearbeitet hatte fiel in diese Kategorie. Sie hatten gehört in Lienz befänden sich die Briten und so flohen sie in die Dolomitenstadt. Dort konnte er sich mit anderen dem Kosakenlager anschließen. Es gelingt ihm sich der Repatriierung durch Flucht zu entziehen. Er lebte später mit seiner Familie im DP Lager Kapfenberg. 1979 nahm er an der Beerdigung seines Freundes in Großbritannien teil und gab Tony Shleha Einblicke in die Lebensgeschichte seines Vaters.

Literatur:

Anton Schleha, Harald Stadler: Surviving Lienz a biographical account. NEARCHOS Sonderheft 17, Innsbruck 2009.

Wissenschaftliche Auseinandersetzung, Erinnerungskultur und Völkerverständigung stehen im Zentrum unserer Arbeit.

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