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Michael Protopopov

Michael Protopopov von Lienz nach Australien

Michael ist der Sohn des russischen Offiziers Alexei und der Medizinerin Olga. Er ist als Mitrofor-Erzpriester ein hoher Würdenträger der russisch-orthodoxen Kirche. Er wurde am 20.9.1944 in Belgrad geboren.

Seine Mutter hatte dort Medizin studiert und sein Vater lebte dort als russischer Emigrant. Sein Vater, ein Donkosake, war Veteran des Russischen Bürgerkriegs. Im Zweiten Weltkrieg war Alexei zuerst als Reserveoffizier der königlich jugoslawischen Armee bereit seine zweite Heimat gegen die deutschen Truppen zu verteidigen, kämpfte später im Russischen Schutzkorps auf deutscher Seite. Die Familie seines Vaters war eine Adelsfamilie mit einer langen Tradition im Militärdienst.

Da sein Vater zu einem Kosakenverband versetzt wurde strandete Michael mit seiner Familie bei Kriegsende in Lienz. Die Briten lieferten seinen Vater, der nie Staatsbürger der Sowjetunion war, an die Sowjets aus. Olga und die beiden Söhne Michael und Nicholas wurden verschont. Sie lebten später im Displaced Persons Camp in Parsch/Salzburg. 1949 wanderten sie nach Australien aus.

Alexei, Michaels Vater, wurde in den 1950er Jahren in den Westen entlassen und lebte bis zu seinem Tod in der Bundesrepublik. Er stand in engen Kontakt mit Veteranen der Kosakenverbände, vor allem deutschen und österreichischen Angehörigen des Rahmenpersonals. Mehrmals nahm er an Gedenkfeiern in Lienz teil. Seine Gattin Olga hatte mit Zustimmung der russisch-orthodoxen Auslandskirche ein zweites Mal geheiratet. Niemand hatte die Rückkehr von Alexei erwartet. Er weigerte sich aus Angst vor den Briten zur  Familie nach Australien zu ziehen. Seine Söhne besuchten ihn erst als Erwachsene in Deutschland.

Michael studierte an der University High School, Burwood Teachers' College, der Melbourne University und der Victoria University. Er kann stolz folgende Abschlüsse vorweisen: Bachelor of Education, Graduate Diploma in Education Administration, Bachelor of Theology  und Master of Philosophy.

Von 1964 bis 1977 arbeitete er als Lehrer. Am 30. April 1972 wurde er zum Diakon der Russisch-orthodoxen Auslandskirche geweiht. Vorher hatte er bereits erste Erfahrungen als Subdiakon gesammelt und eng mit Erzbischof Theodosius (Putilin) in Melbourne zusammengearbeitet. Im September 1974 wurde er Privatsekretär des Erzbischofs. Im Jahr darauf erfolgte seine Priesterweihe. Es folgten verschiedene Aufgaben als Seelsorger in verschiedenen australischen Gemeinden. In Dandenong war er 1982 für den Neubau der Kirche verantwortlich. Hauptberuflich arbeitete er von 1977 bis 1989 als Schuldirektor für australische Regierungsschulen.

Von 1981 bis 1993 gehörte er dem Diözesankonzil der Diocese of Australia and New Zealand der Russischen Auslandskirche an. Im September 1985 wurde er zum Erzpriester erhoben. 1988 nahm er an den 1000 Jahrfeiern der Russisch-orthodoxen Kirche als Repräsentant der Diözese in San Francisco, New York, Paris, München und Salzburg teil. In Victoria war er für die 1000 Jahrfeiern der Russisch-orthodoxen Kirche verantwortlich und wurde in diesem Rahmen auch vom Gouverneur empfangen. Im selben Jahr wurde er zum Dekan erhoben. 1989 muss er nach zwei Herzinfarkten aus dem Schuldienst ausscheiden. 1991 bis 1994 mitverantwortlich für Hilfslieferungen der Kirche nach Russland. Von 2005 bis heute ist er wieder als Mitglied des Diözesankonzil tätig.

2005 beendete er erfolgreich ein Geschichtestudium mit dem PhD an der Australian Catholic University und der Arbeit „The Russian Orthodox Presence in Australia: The History of a Church told from recently opened archives and previously unpublished sources“. 2008 wurde er zum Generalvikar der Diözese ernannt. Father Michael ist Lektor für Geschichte und Theologie an der Melbourne University und Autor mehrerer Monographien.

Er engagierte sich oft in verantwortlichen Positionen unter anderem für folgende Organisationen: Russian Welfare Society, Federation of Russian Welfare Organisations in Australia, Fraternity of the Holy Cross und South Eastern Region Migrant Resource Centre (Melbourne). Er ist unter anderem Mitglied folgender Organisationen: Justice of the Peace, Australian Institute of Management, Australian College of Education, Royal Society; Patron of the Australia Day Council (Vic) und des Victorian Chapter of the Australian Monarchist League. Er ist Inhaber folgender Auszeichnungen: Order of Australia (1991), The Order of Friendship by Government of the Russian Federation (1997), The UN Volunteer Service Medal (2001), Victorian Government Award for Excellence in Multicultural Affairs (2003), Albert Schweitzer Humanitarian Gold Medal (2006) and the Russian Consular Service Medal (2009).

Michael und sein Bruder Nicholas nehmen regelmäßig an den Gedenkfeiern in Lienz teil. Sie setzen sich als Zeitzeugen in der russischen Diaspora für die Erinnerung an die „Lienzer Kosakentragödie“ ein.

Webseite der Pfarre von Father Michael Protopopov

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