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Seit 1.6.2020 ist auf dieser Webseite eine virtuelle Ausstellung aus Anlass des 75. Jahrestages der Lienzer Kosakentragödie online. Klicken sie bitte auf das Ausstellungsplakat oder hier.

Technische Probleme?

Aktuelle Ereignisse:

Bericht zur Exkursion nach Lienz am 3. 11. 2021
Thema: Die Kosaken in Osttirol am Ende des Zweiten Weltkriegs

TeilnehmerInnen: Studierende im Bachelor-, Master- und Doktoratsstudium der
Universität Innsbruck (Fächer: Slawistik, Geschichte und Soziologie)
Exkursionsleiter: Univ.-Prof. Dr. Harald Stadler; Co-Leiterin: Univ.-Prof. Dr.
Andrea Zink


1. Station ist der Amlacher Friedhof. Hier finden sich Beispiele des Gedenkens
an gefallene Dorfbewohner im Zweiten Weltkrieg. Die Tafeln für die
Verstorbenen sind an der Außenwand der Kirche und zwar an ihrer (besseren)
Südseite angebracht. Deutlich erkennen lassen sich unterschiedliche,
individuelle Erinnerungspraktiken: manche Familien kümmern sich um das
Gedenken an ihre gefallenen Familienmitglieder (restaurierte Tafeln,
Schriftzüge in Gold), anderen hingegen nicht (Schriftzüge verblasst, ohne
weiteren Schmuck). In jedem Fall unterscheidet sich das Andenken an die
österreichischen Soldaten von dem Andenken an die Kosaken.
Schon die kurze Fahrt von Lienz nach Amlach (flach, ohne Steigung) gibt einen
Eindruck von der Größe und Breite des Lienzer Talbodens. Für die
Niederlassung eines Flüchtlingstrecks, wie dies im Mai/Juni 1945 der Fall war,
scheint die Gegend prädestiniert zu sein.


2. Station: Amlacher Hof. In dem ehemaligen Hotel Amlacher Hof, waren im
Juni 1945 die höher gestellten Kosaken, darunter General Krasnov und seine
Familie untergebracht; das Gebäude ist renovations- und restaurationsbedürftig;
es demonstriert, dass sich die Besitzer an die damalige Zeit lieber nicht erinnern
wollen.


3. Station: Lavanter Kirchbichl. An der (schlechten) Nordseite der Kirche
wurden Gräber von Kosakenkindern entdeckt. Auf einem Plan lässt sich die
Positionierung der Gräber erkennen. Offenbar wurden die toten Kinder
möglichst unsichtbar für die lokale Bevölkerung, aber eben doch in
unmittelbarer Nähe einer Kirche beerdigt.
4. Station: Schloss Lengberg: Von hier aus ergibt sich ein panoramatischer Blick
auf den Lienzer Talboden und die Lagerungsstätten der Kosaken im Mai/Juni
1945, deren präzise Lokalisierung sich zeitgenössischen, amerikanischen
Luftaufnahmen verdankt. Mit Hilfe der Bilder lassen sich potenzielle
Ausgrabungsstätten identifizieren. Die große Anzahl der Flüchtlinge, die ihr
gesamtes Hab und Gut auf Wagen mitgezogen hatten, lässt sich von unserem
erhöhten Blickpunkt aus sehr gut vorstellen. Deutlich wird auch die Menge der
Gegenstände, Schrift-, und Kleidungsstücke, Schmuck und Waffen, die die
Flüchtlinge zurückgelassen haben mussten, und nicht zuletzt die schwierige Aufgabe der ArchäologInnen, die verbliebenen Dinge, die sich zu einem großen
Teil (bewusst oder unbewusst) in privatem Besitz befinden dürften, ausfindig zu
machen.
Ganz nebenbei zeigt Schloss Lengberg, wie der sinnvolle Umbau eines
Schlosses für einen sozialen Zweck (betreutes Wohnen und Berufsausbildung)
auch unter Einhaltung von denkmalschützerischen Vorgaben aussehen kann.


4. Station: Kosakenfriedhof; der Friedhof befindet sich in der Peggetz, einem
nicht gerade privilegierten Stadtteil von Lienz. Der Friedhof mit einer neu
erbauten, russisch-orthodoxen Kirche wirkt auf den ersten Blick klein. Mit dem
Erinnerungsort verbinden sich, wie wir erfahren, kontroverse Interessen und
Auslegungen, die z. T. auch in der Auswahl der Ikonen (Anlehnungen an
kanonische Ikonen aus Novgorod und dem Sinai) und den einfachen
Glasfenstern zum Ausdruck kommen. Frau Erika Pätzold, die zwar den
Schlüssel zur Kapelle verwahrt, sperrt zwar letztere auf, ein Gespräch mit ihr
kommt aber nicht zustande.


5. Station: Peggetz: Reste einer Brücke über die Drau: Es handelt sich um den
Ort, von dem aus sich Kosaken bzw. Kosakenfrauen in die Drau gestürzt haben;
wenn wenig Wasser fließt, lassen sich die Brückenpfeiler noch erkennen; das
Projekt, an dieser Stelle eine „bridge of memory“ als Erinnerungsort an die
Kosakentragödie entstehen zu lassen, konnte H. Stadler bislang nicht umsetzen.


6. Station: Stadtfriedhof Lienz, St. Andrä: H. Stadler führt uns zu einigen
Kosaken-Gräbern, die sich vereinzelt zwischen den Gräbern der lokalen,
österreichischen Bevölkerung befinden. Auffallend sind die russischen bzw.
ukrainischen Namen, aber auch die Tatsache, dass sich die Verstorbenen
offenbar mit ihrer Herkunft identifizierten und dieser Wunsch auf den
Grabsteinen verschriftlicht wurde (z.B. „Iwan Tschongow, Donkosak“). Harald
Stadler, der Iwan Tschongow noch gekannt hat, unterstreicht, dass die in Osttirol
zurückgelassenen „Kosakenkinder“ in den lokalen Schulen keinen leichten
Stand hatten. Sie wurden als „Russen“ behandelt und galten zur Zeit des Kalten
Kriegs als politische Gegner, unabhängig davon, welcher militärisch-politischen
Seite die Loyalität ihrer in die Sowjetunion zwangsrepatriierten Eltern im Krieg
gegolten hatte.
Während der gesamten Exkursion wird deutlich, dass jede Form von Erinnerung
ein komplexer Prozess ist, zumal im Falle eines historischen Ereignisses wie der
Kosakentragödie. Politische Interessen durchkreuzen die Arbeit der
HistorikerInnen und ArchäologInnen ebenso wie die Erinnerungspraktiken der
lokalen Bevölkerung, die sich mit den Kosaken offenbar auf sehr
unterschiedliche Weisen auseinandergesetzt hat oder dieser Auseinandersetzung
auch gänzlich ausgewichen ist.

Für den Bericht: Alina Kröll, Yana Lyapova, Christoph Rabl, Ramona Rakić,
Andrea Zink

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Jahreshauptversammlung 2021:

Geschätzte Mitglieder,wir starten am 28. Mai 2021 wieder einen Versuch eine Jahreshauptversammlung unseres Vereines zusammenzubringen. Wenn möglich, dann analog, aber wir warten ab, wie sich die Covidlage entwickelt. Ein Update mit den Bedingungen erhalten sie jeweils jeden Freitag bis zum eigentlichen Termin. Momentan sind ein negativer Covid-Test und die Registrierung der Personen gefordert. Auf ein Treffen analog, digital oder hybrid freut sich Harald Stadler und Vorstand

Hier findet ihr die Einladung und den Wahlvorschlag

Weihnachten 2021:

Geehrte Atamanen, Bruder Kosaken, liebe alte Männer, Kosakenfrauen und Kinder! Bitte nehmen Sie unsere aufrichtigen frohen Weihnachtsgrüße an!

Weihnachten ist ein beliebter und willkommener Feiertag der Hoffnung. Hoffe auf eine bessere Zukunft. Weihnachten fällt schließlich nicht umsonst auf die Wintersonnenwende. Christus wurde zum irdischen Leben geboren und die Kraft der Dunkelheit fällt, das Licht beginnt zuzunehmen und trotz der Kälte ist der Frühling nahe.

Wenn die Weihnachtsnacht mit Sternen scheint, kann sich die Erfüllung dessen, wovon wir träumen, wovon unsere Väter und Großväter geträumt haben, nähern.

Lass die Vergangenheit die Gegenwart mit Sinn füllen und lass die Zukunft den Sinn des Seins für uns und das Glück für unsere Kinder bringen!

Frohe Feiertage, meine Lieben. Christus ist geboren, Lob!

VERBAND DER KOSAKENTRAGÖDIE VOM 1. Juni 1945

Vorsitzender: Doktor der Wissenschaften, Professor an der Universität Innsbruck Harald Stadler.

Forschungsteam unter der Leitung von Professor Harald Stadler.

Die schöne Fotografie "Kosakenfriedhof im Dezember 2020" sind ein Geschenk des Fotokünstlers Helmut Niederwieser aus Lienz.

Infoschreiben per Mail an die Mitglieder versendet: Hier geht´s zum Infoschreiben.

Newsletter June 2020 also in English and Russian.

Jetzt erfahrt Ihr auch auf Facebook mehr über die "Lienzer Kosakentragödie". Unter anderem werden archäologische Funde vorgestellt. Die Facebookseite ist in russischer, englischer und deutscher Sprache. Hier geht´s zur Facebookseite

In einer aktuellen Web-Ausstellung "Elf neue Perspektiven auf 1945" vom Haus der Geschichte Österreich werden auch die Kosaken in Lienz thematisiert.

Wichtige Termine 2020:

Gedenkfeier, am Samstag, 30.5.2020 am Kosakenfriedhof: Aufgrund der aktuellen Situation und zum Schutz der Gesundheit müssen wir leider die Gedenkfeier 2020 absagen. Wir wünschen Euch allen Gesundheit und alles Gute für diese schwierige Zeit.

Die Jahreshauptversammlung für 2020 ist leider aufgrund der aktuellen Situation auf einen späteren Zeitpunkt vertagt. Aufgrund der aktuellen Corona Situation kann die für 30.10.2020 in Lienz, geplante und angekündigte (Vorankündigung) Jahreshauptversammlung vorbehaltlich der Corona Situation erst 2021 stattfinden.

Rückblick:

Ende Mai/Anfang Juni 2019 besuchte die belgische Cartoonistin Valerie Lemaire Innsbruck und Osttirol. Dort wird sie Studierenden und der Öffentlichkeit ihre Graphic Novel "Les Cosaques d´Hitler" vorstellen. Die Graphic Novel geht auch ausführlich auf die Ereignisse in Lienz im Jahr 1945 ein. Ein Termin war u.a. die Jahreshauptversammlung des Vereins in Lienz sein.

Die Einladungen in verschiedenen Sprachen finden Sie hier.

Im Sommer 2019 organisierten wir gemeinsam mit dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, polnischen und österreichischen Pfadfindergruppen eine internationale Jugendbegegnung in Lienz und Wien. Weitere Infos.

Die Zeitschrift G/Geschichte 11/2018 widmet aktuell fast ein ganzes Heft den Kosaken. Auch dem Zweiten Weltkrieg und Lienz finden sich dort mehrere Seiten. Empfohlen werden den Leserinnen und Lesern die Publikationen "Flucht in die Hoffnungslosigkeit" (2005) und "Die Kosaken im Ersten und  Zweiten Weltkrieg" (2009) von unserem Obmann Harald Stadler.

Am 5.12. 2018 sprach unser Obmann und Wissenschaftler Harald Stadler in Kiel auf der Tagung Archäologie der Moderne zu: "Archäologische Aspekte zur Erforschung einer Zwangsdeportation im 20. Jh. am Fall der
sogenannten Kosakentragödie in Lienz, Osttirol."

Wir trauern um Sonja Walder, eine Überlebende der Lienzer Kosakentragödie, die 2006 gemeinsam mit Michael Rainer den Verein reorganisiert und zukunftsfähig gemacht hat.

Eine Jugendbegegnung erinnerte an den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren. Jugendliche aus verschiedenen Ländern setzten sich mit dem Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie mit der "Lienzer Kosakentragödie" auseinander. Mehr dazu.

Die Forschungen gehen voran. Auch die Medien berichten.

2.06.2018 Gedenkfeier am Kosakenfriedhof 2018: 2. Juni 2018, 11 Uhr

Anschließend gemütliches Beisammensein mit Vereinsmitgliedern, Kosaken und Vertretern der Traditionsverbände

2.06.2018, „Schlaf mein Kind, ich wieg dich leise, bajuschki-baju“, um 10 Uhr Eröffnung der künstlerischen Intervention von Katarina Schmidl, direkt am Drau-Radweg Richtung Lienz in der Nähe des Kosakenfriedhofs

1.06.2018, Jahreshauptversammlung des Vereins

24.-25.05.2018: Vorlesung "Mittelalter- und Neuzeitarchäologie: Kulturelle Begegnungen - Kulturelle Konflikte: Die materielle Kultur von Flüchtlingen im Spiegel russischer  Verhörprotokolle" von Pavel Polian, Atrium SR 1.

Ab 8.03.2018: Seminar "Archäologie an Tatorten des 20. Jhs." von Harald Stadler und Philipp Lehar an der Universität Innsbruck, donnerstags 10:15 - 11:45, Atrium SR 4

Weitere aktuelle Nachrichten aus dem Verein sind hier zu lesen

Weitere Projekte:

Beiträge in verschiedenen Medien sollen an die Ereignisse in Lienz 1945 erinnern und zum Nachdenken anregen.

22.02.2018 Osttiroler Bote, S. 50-51: "Ich wurde als Kosake geboren und werde als solcher sterben". Bericht über den Kosaken Alexandr Pevnev.

Wissenschaftliche Auseinandersetzung, Erinnerungskultur und Völkerverständigung stehen im Zentrum unserer Arbeit.

Folgende Schlagworte fassen unsere Vereinstätigkeit zusammen:

Finden 
Bewahren 
Präsentieren 
Erinnern

 


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